Großmarkt Köln
Einstimmig hatte der Rat der Stadt Frechen sich in einer Resolution gegen die Pläne der Stadt Köln gewehrt, den Großmarkt nach Marsdorf zu verlagern. Die Stadt Frechen war ebensowenig in die Pläne eingeweiht geschweige denn beteiligt worden wie die Stadt Hürth. Dies ist aber nach dem Baugesetzbuch erforderlich bei Planungen, die die Nachbargemeinden betreffen können.
Auf dem Regionalkonvent der „Regionale 2010“ am 15. Oktober 2007 hatte der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma die interkommunale Zusammenarbeit der Stadt Köln und der umliegenden Städte gepriesen und gemeinsame Planung gefordert. Eine Woche später schien dies Makulatur zu sein, denn der Rat der Stadt Frechen wurde von der Nachricht überrascht, dass der zuständige Kölner Ausschuss am 8. November die Standortentscheidung beschliessen sollte. FDP – Fraktionsvorsitzender Michael Brückner: “Es ist ein starkes Stück, dass der Kölner Oberbürgermeister noch vor einer Woche die gemeinsame Planung würdigte und jetzt eine Kehrtwendung macht.“
Es müssen nach Auffassung der Frechener Ratsfraktionen noch viele Gesichtspunkte geprüft werden. Z. B. welche Verkehrs- und Immissionsbelastungen sind zu erwarten und wie wirken sie sich auf die Nachbargemeinden aus? Kann der Flächenbedarf auf Kölner Gebiet gedeckt werden oder werden noch Frechener Flächen für Erweiterungsmöglichkeiten benötigt? Gelten die Aussagen des Landschaftsschutzes nicht auf Kölner Gebiet?
Es wäre nach Auffassung Frechener der FDP – Fraktion weiser gewesen, wenn die Stadt Köln im Rahmen ihrer Voruntersuchungen schon mit ihren Nachbarn gesprochen hätte. Dies wäre im Sinne der „Regionale 2010“ gewesen. Gemeinsam hätten die Städte sicherlich ein tragfähiges Konzept entwickelt, das den Belangen der Region als bedeutender Logistikstandort ebenso gerecht würde wie den Interessen der umliegenden Bevölkerung. Gemeinsam bestünde die Chance, ein sinnvolles Verkehrskonzept für die überregionalen Verkehrsverbindungen bei Bund und Land durchzusetzen. Noch besteht diese Chance, noch hat der Rat der Stadt Köln nicht abschliessend entschieden.
In einem Brief an FDP – Fraktionsvorsitzenden Michael Brückner schreibt Dr. Werner Hoyer MdB, Staatsminister a.D.: „Gerade im Hinblick auf den Wettbewerb in einem Europa der Regionen ist die Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit zwingende Voraussetzung für die Schaffung einer wirtschaftlich starken und florierenden Region.“
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