Antwort der Rheinenergie auf unseren Antrag zur Reduzierung des Kalkgehaltes im Trinkwasser

13. März 2015, Allgemein

Adaption_Web_RGB_Zeichenfla3Stellungnahme zum Antrag der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Frechen

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Bauer,

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Frechen hat den Bürgermeister aufgefordert, sich
gegenüber der RheinEnergie dafür einzusetzen, dass die Wasserhärte des Frechener
Trinkwassers bis Ende 2015 wieder auf den Wert vor der Umstellung abgesenkt wird.
Die RheinEnergie nimmt dazu wie folgt Stellung:

Trinkwasser als Lebensmittel Nr. 1 ist ein Naturprodukt (und damit ein Abbild der Herkunft
und des Untergrundes, durch das es geflossen ist). Gemäß WHO und allen untergeordneten
Institutionen muss Trinkwasser lebenslang dafür sorgen, dass der Konsument es
bedenkenlos trinken kann und dass lebensnotwendige Mineralstoffe im ausreichenden Maß
vorhanden sind. Mineralstoffe sind aber auch die Stoffe, die für die Härte zuständig sind. Alle
WHO- und Gesundheitsanforderungen sind für unser in Frechen, Köln und Pulheim
geliefertes Wasser ebenso erfüllt wie alle gesetzlichen Anforderungen nach deutschem
Trinkwasserrecht. Aufgrund der weltweit strengsten deutschen Gesetze für Trinkwasser ist
jedes deutsche Trinkwasser gesundheitlich völlig unbedenklich. Es gibt lediglich natürlich
bedingte Unterschiede in der Wasserbeschaffenheit.

Seit dem Jahr 2002 ist die RheinEnergie in Frechen (und teilweise vorher schon in anderen
Städten des Rhein-Erft-Kreises) der Trinkwasserversorger. Bis dahin war es RWE. Das
Wasser für Frechen stammte aus dem Wasserwerk Dirmerzheim. Dieses Wasserwerk nutzt
sehr altes Tiefenwasser aus dem Tertiär, das sich nicht bzw. nur in sehr geringem Umfang
erneuert. Es folgt nicht den Grundsätzen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft.
Von 2002 bis Ende 2013 bezog die RheinEnergie im Rahmen eines Liefervertrages weiterhin
das Wasser von RWE. Die Kosten für diesen Bezug sind erheblich gestiegen und eine
Versorgung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frechen hätte sich so nicht mehr
kostendeckend darstellen lassen. Wäre es auch künftig bei einem Wasserbezug über RWE
für Frechen geblieben, hätte die RheinEnergie die Wasserpreise in Frechen massiv anheben
müssen.

Die RheinEnergie hat sich gegenüber der Stadt Frechen verpflichtet, den Wasserpreis stets
am dem Preisniveau des übrigen Versorgungsgebietes zu orientieren. Dies ist ein Gebot der
Fairness und der Gleichbehandlung aller Kunden.

Um dies zu gewährleisten, erfolgte zum 1. Januar 2014 die Umstellung auf Wasser aus den
Wasserwerken Köln-Weiler und Hochkirchen. Diese beliefern seit Jahrzehnten die
linksrheinische Stadt Köln und Pulheim-Nord – ohne jedes Problem.

Die Umstellung der Versorgung in Frechen und Pulheim-Süd erfolgte im Januar 2014 nach
ausführlicher Information der Bürger über Flyer und Information an Bürgermeister und Politik
über direkte Gespräche. Die Innung wurde ebenfalls informiert.

Im Umweltausschuss des Rates von Frechen war die Umstellung bereits einmal Thema. Dort
hat die RheinEnergie einen Vortrag über die Wasserversorgung gehalten und auch das
Thema „Härte“ beleuchtet. In der Sitzung gab es nur eine kurze Diskussion dazu, da der
Unterschied nachweislich nicht sehr groß ist.

Zur Qualität: Es wird behauptet, es gäbe erhebliche Qualitätsunterschiede im Wasser der
RheinEnergie und dem von Dirmerzheim. Diese Behauptung ist nachweislich falsch.

Fakten:
• Die Gesamthärte unterscheidet sich um nicht mehr als EIN Grad Deutscher Härte (17°
Dirmerzheim, 18° Hochkirchen). Das Dirmezheimer Wasser ist damit nur in Spuren
weniger hart als das heutige Frechener Wasser.
• Leichte Unterschiede gibt es bei der Zusammensetzung der härtebildenden
Mineralstoffe. Im Kölner Wasser ist geringfügig weniger Magnesium und etwas mehr
Calcium enthalten als im Wasser von Dirmerzheim. Ansonsten ist die
Wasserbeschaffenheit ähnlich.
• Das Dirmerzheimer Wasser erneuert sich nicht bzw. nur sehr geringem Umfang, das
Wasser aus den Kölner Wasserwerken stammt aus nachhaltiger Bewirtschaftung aus
sich erneuernden natürlichen Quellen (Grundwasser).
• Gemäß den gesetzl. Vorgaben (WRGM 2007) sind beide Wässer gleich.
• Wasser ist ein Lebensmittel, und die Anforderungen daran richten sich nach den
Bedürfnissen der Menschen – nicht nach denen von Maschinen. Diese
Lebensmittelanforderungen verlangen ausdrücklich einen Gehalt an Mineralstoffen.
• Unser Wasser enthält alle Mineralien, die gemäß WHO für eine nachhaltige Versorgung
mit dem Lebensmittel Nr. 1 erforderlich sind.

Alle Vergleichsaspekte für das Trinkwasser, auch im Hinblick auf die korrosions-chemischen
Eigenschaften nach DIN oder übergreifende Kriterien zur wasserchemischen
Zusammensetzung nach DVGW zeigen, dass beide Trinkwässer grundsätzlich eine
vergleichbare Beschaffenheit aufweisen, sodass die Unterschiede im Gesamtkontext als
geringgradig einzustufen sind. Infolge der Unterschriftenaktion erreichten die RheinEnergie
einige Anrufe und Fragen von Kunden, die aber allesamt ohne größere Schwierigkeiten zur
Zufriedenheit der Fragesteller beantwortet werden konnten.

Fazit:
Die gegen die Qualität des heutigen Frechener Wassers erhobenen Vorwürfe sind sachlich
nicht haltbar, und die subjektive Wahrnehmung einzelner Verbraucher lässt sich objektiv
nicht durch Fakten untermauern. Das seit Anfang 2014 für Frechen gelieferte Wasser wird in
gleicher Qualität seit Jahrzehnten im linksrheinischen Köln und in Pulheim konsumiert.

Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Frank Bender
Leiter Unternehmenskommunikation
Christoph Preuß
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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